Montag, 6. Mai 2019

Swinemünde nach Dziwnow

04.05.2019

Die letzte Nacht war doch recht frisch. Das Handy zeigte nächtliche Temperaturen um 3 Grad.  Da macht das Aufstehen aus der Koje nicht unbedingt Spaß. Das Boot nutzt die Zeit dann auch um ordentlich auszukühlen. Aber ein Frühstück mit Heißgetränken hilft immer über der erste Kältezittern hinweg. Es wurde dann ja auch besser.
Aus Swinemünde auslaufen war etwas ruppig, wie es auch in den nächsten Häfen zu erwarten ist. Das liegt daran, dass die Häfen in Flüssen liegen und diese mit bis zu 3 Kn in die Ostsee strömen. Wenn dann Wind aus Nordwest ab 5 Bft auf die Mündung steht, baut sich eine sehr unangenehme Welle auf. Das kann soweit gehen, das der Hafen das Einlaufen verbietet. 
Wir sind dann gemütlich mit achterlichen Wind und ausgebaumten Vorsegel Richtung  Dziwnow gesegelt. 
Die Einfahrt in Dziwnow war dann auch recht spannend, da der Wind eine Stunde vorher genau aus Nordwest mit 5 Bft kam. Dem Rat aus dem Hafenführer folgend sind wir lange mit gesetztem Vorsegel gefahren, welches wir erst kurz vor der Einfahrt geborgen haben. Das soll dafür sorgen, dass die Wellen brechen und das Boot kontrollierbar bleibt. So richtig ganz verstanden habe ich das nicht, wollte es aber auch nicht ignorieren. Insgesamt ging die Einfahrt aber gut vonstatten, der Wind hatte wohl noch nicht lang genug in der besorgniserregenden Stärke geblasen. 
Der Hafen sah niegelnagel neu aus. Alles klappte, nur das WLAN benötigte alle paar Minuten eine Passworteingabe.
Der Ort überraschte. Laut Hafenführer erwartete uns ein Dorf das sich seinen dörflichen Charakter erhalten hat. Das zeigte sich in de kilometerlangen Einkaufsstrasse mit allerlei wichtigen Accessoires für den Touristen. So fanden wir viele Dönerschmieden, Bernsteingeschmeide und Klamottenläden aber eben nur einen Supermarkt. Trotz eines langen Marsches fanden wir keine Alternative zum ersten Supermarkt der nicht alle unsere Wünsche erfüllen konnte. Ein Erlebnis der besonderen Art bescherrte uns ein Fischhändler. Auf unsere Frage nach geräuchertem Heilbut antwortete er bedauernd mit: "Keine mehr", ging aber in einen Nebenraum und brachte ein Geschenk in Form von zwei geräucherten Heringen mit.  Diese beiden konnten wir dann auf dem Rückweg über den Fischereihafen noch um zwei weitere Exemplare unbekannter Sorte ergänzen. Das Abendessen war gesichert und schmeckte klasse.

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