Freitag, 3. Mai 2019

Kröslin nach Swinemünde

02.05.2019

Die Windvorhersage für den Tag hieß 5-6 Bft Böen 7 und in der Spitze 8. Deswegen haben wir uns entschieden, auch wegen des Tipps des Mitarbeiters in dem Yachtshop im Hafen, Swinemünde über das Haff anzusteuern. Trotz des langen Schlages konnten wir nicht so früh los, da wir zwei Brückenöffnungen abwarten mussten. Also starteten wir bei strammen 5 Bft um 6:30 Uhr in Richtung der ersten Brücke bei Wolgast. Dort kamen wir nur etwas zu früh an, und mussten sehen wie wir uns bei dem Wind vorsichtig der Brücke bis zur Öffnung nähern konnten. Das klappte gut und wir fuhren zügig zur zweiten Brücke weiter. Trotz des geringen Tiefgangs der SWIM kam uns gelegentlich der Grund recht nahe. Bei der zweiten Brücke mussten wir dann eine Stunde warten und verbrachten die Zeit gemeinsam mit einem anderen Segler mit großen Kreisen. Als die Brücke endlich öffnete mussten wir noch einen anderen Segler abwarten, der bei dem starken Wind unter Segeln die Brücke passierte. Durch diesen ermutigt fuhren wir hinter der anderen Segelyacht, die mit uns auf die Öffnung gewartet hat, in den Tonnenstrich und setzten gemeinsam das Vorsegel. Die vorfahrenden Segler erschien das jedoch nicht richtig und sie fuhren aus der Fahrrinne hinaus in den Wind, um das Segel zu bergen. Dabei sind sie gleich in den Schiet gefahren und saßen fest. Angesichts des Windes kein wirkliches Vergnügen. Sie gaben uns zu verstehen das sie Hilfe benötigen und wir machten uns bereit unser Segel zu bergen. An einer einigermaßen breiten Stelle der Fahrrinne ging es in den Wind und das Segel konnte geborgen werden. Nun ging es Richtung festgefahrenen Segler um unsere Hilfe anzubieten. Eine kleine Unachtsamkeit reichte aus, um in einer engen Stelle des Fahrwassers ebenfalls auf Grund zu laufen. Ich war dann doch sehr froh, dass ich uns aus eigener Kraft mit dem Rückwärtsgang wieder befreien konnte. Danach habe ich versucht die festgefahrenen über Funk zu erreichen, durch Zeichensprache konnte diese uns aber deutlich machen das sie über keine Funkmöglichkeit verfügten. Das empfinde ich als doch ziemlich leichtsinnig, da bei diesem Wind wirklich nicht viele Sportboote unterwegs waren, die diesen Notfall als einen solchen erkennen hätten können und Hilfe leisten könnten. Glücklicherweise gelang es ihnen mit Hilfe des neu gesetzten Vorsegels sich wieder freizufahren. Unsere Optionen zu helfen hätten sich bei dem Wind und der sehr engen Fahrwassersituation auf weitere Hilfe per Funk zu holen erschöpft. Gut das es nicht so weit gekommen ist. Die Crew hat sich dann wohl entschieden ihren Segeltörn abzubrechen und zurückzufahren. Wir haben sie dann auch nicht mehr gesehen. Da hätte durchaus mehr bzw. Schlimmeres passieren können. 
Im weiteren Verlauf haben wir viel Aufmerksamkeit dem Tiefenmesser  geschenkt, das sollte auf keinen Fall noch einmal passieren. Die weitere Fahrt verlief dann ziemlich ereignislos, wenn man mal von die niedrigen Temperaturen und dem später einsetzenden Regen absieht. In der Marina von Swinemünde bekamen wir wieder freundlich Unterstützung beim Anlegen, da der immer noch starke Wind das Anlegemanöver nicht einfacher gemacht hat. 
Beim Besuch des Hafenmeisters stieß ich auf einen unfreundlichen und wortkargen Angestellten der auf seine Pause verwies und mir mitteilte doch morgen wieder zu kommen. Wenigstens konnte er mir noch eine Zugangskarte zu den Sanitäranlagen geben. Kein so guter Start in Polen.
Am nächsten Tag erfolgte das gleiche unfreundliche Prozedere mit einem anderen Hafenmeister. 
Swinemünde ist überschaubar groß, aber schön anzuschauen. Der Versuch in der Stadt ein Frühstück zu bekommen schlug fehl, aber ein guter Kaffee war drin. Der 03.05. ist ein Feiertag in Polen und wurde mit der einen oder anderen Militärkapelle und Militäraktion begleitet. So wurden wir auch Zeuge wie dreimal Salut geschossen wurde. Das war schon sehr skurril Schüsse aus so geringer Entfernung zu hören.
Als wir gegen Mittag immer noch nicht gefrühstückt hatten, haben wir uns entschlossen polnisch essen zu gehen. Ich kannte von meinem letzten Besuch noch ein Lokal, das mich auch dieses Mal nicht enttäuschte. Die Portion von Piroggen war auch wieder nicht zu schaffen, aber in der angebotenen Vielfalt sehr sehr lecker.

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