Montag, 6. Mai 2019

Dziwnow nach Kolberg

05.05.2019

Wieder eine kalte Nacht in der nur das zu erwartende Heißgetränk aus der Koje half. Der Tag hatte noch Entwicklungspotential. Nach dem Frühstück in die Segelsachen und los ging es. Den Jockel brauchten wir wieder nur um aus der Hafeneinfahrt zu kommen. Der Wind kam aus westlicher Richtung und blies mit 3-4 Bft. Trotz der Vorhersage von nur 9 Grad hat sich das Wetter toll gemacht. Es war richtig gut auszuhalten. Okay, ich hatte 4 Jacken übereinander an, aber mir war nicht kalt. Wir konnten bis kurz vor der Flussmündung segeln, und an die Brisanz der Einfahrt hatten wir uns schon ein wenig gewöhnt. Wir haben eine gute Arbeitsteilung, Bernd ist am Steuer und bei Manövern bedient er die Segel. So kann ich meine lädierten Handgelenke etwas schonen.
Nach einem gelungenen Anlegemanöver ging ich zum Hafenmeister. Dieser war dann auch sehr hilfsbereit als es um das Wechseln eines 20 Zloty Schein in den eigens dafür angeschafften Automaten ging. Nach dem ungefähr 20zigsten Versuch den Schein dem Automaten zu übergeben, den der Automat störrisch ablehnte, holte er aus seinem Büro lächelnd einen anderen Schein. Der Mann hatte echt Ausdauer und Ruhe. Das klappte dann sofort mit dem Wechseln und ich hatte 5 5 Zloty Münzen. Mit diesen konnte ich nun den näxten Automaten bedienen, um eine Strommarke zu erwerben. Das ging auch nur mit einem besonderen Münzeinwurf, den der Hafenmeister mir persönlich vorführte. Letztendlich bin ich von der Automatisierung der Bezahlung für das Liegegeld und Strom nicht überzeugt. Das hat länger gedauert als wenn er mir die Marken verkauft hätte und ohne seine freundliche Hilfe hätte ich den Markenautomat nicht überzeugen können mir die erforderliche Strommarke zu übergeben. Hat ja aber geklappt!
Strom hat dann auch gut funktioniert. Nach einem anschließenden Anlegebier, das erste Bier das wir seid Brunsbüttel (mit der 700 jährigen Geschichte) bei Sonnenschein in der Plicht genossen haben, gingen wir un die Stadt. Da Sonntag war, haben wir nicht erwartet das uns die Geschäftswelt offen steht, so war es dann auch. Aber wir fanden schon die eine oder andere Sehenswürdigkeit. 
Bernd war begeistert von den Werken des Architekten Schinkel, der auch hier aktiv gewesen ist. Bevor wir uns dann in Gedanken hungrig auf den Heimweg zum Boot machten - sahen wir es: Ein polnisches Restaurant. Die Speisekarte lies sich interessant bis ungewöhnlich und wir entschlossen uns dort einzukehren. Erst wollten wir uns im Erdgeschoss niederlassen, sahen dann aber eine Treppe und Stimmen von oben. Sehr zu unserer Überraschung kamen wir in einen Raum der an ein Schloss erinnerte. Etwas dunkel, viele alte Bilder an den Wänden, schwere Tische und eine weitere Treppe.

Wir nahmen dann Platz und kamen zu unserem verdienten zweiten Bier. Die Speisekarte war zum Glück zweisprachig, polnisch ist dann nicht ganz so einfach zu verstehen.  Als Vorspeise teilten wir uns gebackene Schwarzbrotsticks mit Knoblauch.
Ich bestelle ein Filetschnitzel mit Spinat und Schafskäse auf Ofenkartoffel mit Kirschsauce. Bernd bekam ein speckumwickeltes Medaillon mit Kürbissauce. Wir waren in dem für uns ungewöhnlichem Ambiente mehr als zufrieden mit Geschmack und Menge. Kirschsauce fand ich anfangs etwas komisch, hat sich aber im Verlauf des Essens zu einem Gewinn entwickelt. Das Änderte sich auch nicht als wir die Rechnung bekamen. Das war ein sehr gelungener Abend an dem wir uns prächtig unterhalten haben.

06.05.2019

Wieder ein kalte Nacht - Frühstück mit Heißgetränk. Trotz der Temperaturen haben wir uns wieder lange unterhalten und es gab ein Omelett mit Speck, Tomaten und Zwiebeln. So kann ein Tag auch gut beginnen.
Bernd wollte den Tag mit einer heißen Dusche beginnen, mir war nicht danach. Letztendlich keine schlechte Entscheidung, so sprach Bernd davon das "heiß" ein großes Wort ist für das was da kaum lauwarm aus der Dusche kam. 
Dann auf in die Stadt. Der erste Weg führte uns mal wieder zu einem Fischereihafen. Dort konnten wir ein halbes Kilo Dorschfilet für ungefähr 3 Euro kaufen. 
Wir stellten fest, das wir offensichtlich für die vielen anderen Geschäfte einfach nicht die Zielgruppe sind. Da es immer noch nicht so richtig sommerlich geworden war, gingen wir in ein Restaurantzelt und bestellten zwei Glühweine. Das was wir bekamen sah eher aus wie ein exotischer Cocktail,
schmeckte aber gut. Die Vitamine für diesen Tag hatten wir dann auch. Es folgten noch ein Spaziergang zum Leuchtturm, an die Seebrücke und ein zielloses schlendern durch die Altstadt. Trotz der vielen Zerstörungen fanden wir beide das Kolberg ein nettes kleines und auch interessantes Städtchen ist.

07.05.2019

Für den Tag stand ein Ausflug in Hinterland an. Wir suchten in dem Polen Reiseführer die nächste größere Stadt und wurden mit Bialograd fündig. Nach etwas durchfragen wurden wir auf einen Bus aufmerksam der uns für  24 Zlt hin brachte. Es war interessant mit dem Bus zu fahren, sahen wir doch Gegend die man vom Boot aus nicht sehen kann. Auffällig war das fast vollständige Fehlen von Nutzvieh auf dem Land. Die Stadt selber war dann für 3 Stunden Sightseeing ausreichend. Es gab Kirchen, einen zentralen Marktplatz, eine alte Stadtmauer und das übliche Einkaufszentrum.

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