Donnerstag, 23. Mai 2019

Klaipeda nach Liepaja

21.05.2019

Morgens um 09:00 Uhr gings los durch die handbedienbare Brücke. Die Überfahrt war an sich recht ereignislos. Schon bald nach der Hafenausfahrt ließ der Wind deutlich nach und die SWIM dümpelte so mit 2 Knoten dahin. Ich habe die Gelegenheit genutzt und meine Angel mal ins Wasser gehalten.  Das Ergebnis war überwältigend gering. Zum Glück kam dann auch bald der Wind wieder, drehte aber zunehmend in die Richtig in der ich wollte. Da der Tag noch jung war, es war inzwischen etwas nach Mittag, ließ ich mich auf das kreuzen ein. Zwei weitere Schiffe waren auf dem gleichen Kurs, wählten aber beide andere Strategien. Ich wollte mit "Höhe holen" dem Ziel näher kommen, ein anderer mit "Geschwindigkeit" und ein weiterer war sich nicht sicher was er wollte. Leider habe ich mich verzockt. Die andere Jacht war zwar größer, aber einfach so als letzer in den Hafen kommen wollte ich auch nicht. Die Strategie Geschwindigkeit war dieses mal besser, der andere hatte vor dem Hafen fast 2 sm Vorsprung. Die Hafeneinfahrt war wieder etwas spannender, da es wieder viel zu sehen gab. Wieder gab es einen Holzhafen den man schon am Geruch gut erkennen konnte. Dann kamen noch Schlepper, Fischer, Marineboote und was sich sonst noch in einem Hafen rumtreibt. Nicht zuletzt kam der ersehnte Jachthafen. Das waren nur zwei Schwimmstege und noch ein Stück Kaimauer an der ich dann mit der Hilfe des schnelleren Segler festmachte. Der Hafen sah wenig einladend aus, direkt neben mir war eine stark befahrene Brücke, das Gelände hatte keine Zugangskontrolle und sah auch nicht wirklich aus als müsste man dort länger als notwendig sein. Schnell das formelle mit dem Hafenmeister geklärt und dann gleich los zum Supermarkt um die Ecke. Das war wirklich ein Supermarkt wie ich ihn schon lange nicht mehr gesehen habe. Die Letten scheinen gut ausgestattet zu sein. Sogar meinen Dosenöffner konnte ich ersetzen, das war mir in keinem der letzten Häfen gelungen. Ich habe die frischen Vorräte wieder aufgefüllt und die Stadt fühlte sich immer besser an.
Beim Gespräch mit dem Hafenmeister kam wieder die Kameraüberwachung zur Sprache. Das ging schon ab Polen los, dass überall Kameras installiert waren. Einmal sogar in den Waschräumen. Das scheint in den Ländern viel Sicherheit zu vermitteln, wenn alles gefilmt wird. Mir ist bislang noch nichts passiert, könnte also für die Kameras sprechen. Allerdings, wenn etwas passiert kann ich mir das Geschehen anschauen, habe aber trotzdem den Schaden. Mich überzeugt das Konzept noch nicht, wer weiss wer sich alles die Filme anschaut und was die so filmen.

22.05.2019

Am Morgen war klar, ich bleibe den Tag noch in Liepaja. Der Reiseführer sagte zwar, fahre besser weiter, aber das Wetter war schön und ich hatte Lust mir eine Stadt in Lettland anzuschauen. Zum Glück, diese Stadt ist ein echter Zugewinn. Die Altstadt gut erhalten, eine große Markthalle die mit meterlangen Fleisch- und Fischtheken nicht geizte. 


Drumherum ein Blumen- und Gemüsemarkt. In einem Cafe habe ich mir bei einem Cafe Latte das treiben angeschaut und bereute meine Entscheidung nicht. So fühlt sich Urlaub an, so eine Entscheidung zu fällen und sich dann einfach etwas in der Stadt treiben lassen. Ich trieb dann weiter vor mich hin, als ich an eine breite Allee mit wunderschönen Villen gelangte. Viele im Jugendstil erbaut, viele in Holzbauweise und sehr viele wirklich gut erhalten. Reichtum gibt es auch hier. 






Nachdem ich die Allee in ihrer Länge bestaunt habe, kam ich an den Strand. In einer Strandbar, coole Jazzmusik im Hintergrund und ein regionales Bier dessen Namen ich weder erinnere noch hätte aussprechen können machten das Urlaubsfeeling vollkommen. Einige Wagemutige gingen in das ca 13 Grad kalte Wasser, viele sonnten sich einfach nur. 


Da fiel mir auf, wie sehr mir die Sonne doch in der letzten Zeit gefehlt hat. Den Nachmittag verbrachte ich auf dem Boot, ich muss meine geschundenen Handgelenke und Archillessehnen schonen. Ich bin derzeit an allen Extremitäten lädiert und benötige etwas Ruhe. Am Abend habe ich in geselliger Runde noch eine Flasche Wein mit Andreas und Inge getrunken, die mich auf ihr Boot eingeladen haben.

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