Samstag, 11. Mai 2019

Darlowo nach Leba

10.05.2019

Es wird besser mit dem aufstehen, die Temperaturen steigen etwas. Nach dem Frühstück wollten wir eigentlich los, fiel uns doch um 7:58 ein, das die Fußgängerbrücke die wir zu passieren haben zu jeder vollen Stunde öffnet. Also nutzen wir die neu dazugewonnene Zeit für ein Schwätzchen  mit dem Stegnachbarn. Der hatte schon allerhand erlebt und ist wie ich in Wilhelmshaven aufgewachsen. Dieses mal haben wir an die Brücke gedacht und sind rechtzeitig los. Der Wind war uns am Anfang kein Freund denn er war entweder nicht vorhanden oder wehte als laues Lüftchen von vorne. Also fuhren wir mit dem Jockel. Glücklicherweise hatte uns der Hafenmeister ja mitgeteilt, dass die Sperrgebiete offen seien und das der Schießbetrieb erst ab dem 14.05.2019 aufgenommen werden würde. Also querten wir die ersten beiden großen Sperrgebiete. Da war da noch ein weiteres kleines Sperrgebiet namens 6c war wir erst bemerkten als wir schon sehr weit drin waren und wir über Funk angerufen wurden. Ich habe dann auf den Kanal gewechselt den ich verstanden hatte und meldete mich mehrfach ohne eine Antwort zu erhalten. Also wirds schon nicht so dramatisch sein.
Ab 16:30 Uhr haben wir dann beide Segel setzen können. Der Wind war gar nicht einmal schlecht außer das er aus der Richtung kam in die wir wollten. Trotz eines Kurses hart am Wind konnten wir das kreuzen nicht vermeiden. So verlängerte sich unser Törn doch noch mal um 1,5 Stunden. Als wir in die Moleneinfahrt der Leda fuhren, konnten wir einen Geländewagen beobachten der zwar ohne eingeschalteten Blaulicht aber mit voller Beleuchtung in die Moleneinfahrt leuchtete. Uns wurde beiden etwas mulmig, aber dann ist das Fahrzeug wieder weggefahren. Im Hafen hat uns der freundliche Hafenmeister sogleich einen Liegeplatz zugewiesen. Gleich danach stellte sich uns ein Beamter der polnischen Grenzpolizei vor, der deutlich Redebedarf signalisierte. Ups, das Sperrgebiet. Ja, das war es denn auch. Wir mögen doch bitte, wenn wir fertig sind, mit unseren Ausweisen in das Büro des Hafenmeister kommen, er würde dort auf uns warten. So mussten wir uns ausweisen und eine Erklärung verfassen, warum wir durch das Sperrgebiet gefahren sind. Der Beamte war sehr entspannt, konnte gut englisch und machte deutlich das uns keine Fahrt in einen Gulag drohte. Aber der Vorfall wird dokumentiert, wir bekommen einen Eintrag in unsere Akte (was auch immer das bedeutet). Wir erfuhren dann noch, das es im Sommer Tage gibt, da würden 10 - 20 Sportboote durch die Sperrgebiete fahren. Okay, dann waren wir beruhigt.
Den Rest des Abends verbrachten wir mit der Suche nach einem Restaurant um ein freudiges Ereignis aus Bernds Familie zu feiern. Es ist noch Vorsaison und viele Geschäfte sind noch geschlossen. Fündig wurden wir in einer Pizzeria, in der wir die letzten beiden Biere des Abends bekamen. Der Kellner zeigte uns danach auf seinem Handy von Google übersetzt: "Wir haben kein Bier mehr". Der Mann wusste sich zu helfen. Die Pizza haben wir in 32 cm Durchmesser statt in 26 cm geordert. Wir hatten Hunger. Resultat war offensichtlich, der Belag der kleinen Pizza wurde nur auf eine größere Pizza gelegt was einen 5 cm breiten Rand ohne Belag zur Folge hatte. Wir waren ja auch schon müde von den Ereignissen des Tages, war also nicht so schlimm.

11.05.2019

Heute ist ein Ausflug zur Düne in Leba geplant. Es ist die größte Wanderdüne an der pommerschen Ostseeküste. Ein "Spaziergang" wie Bernd ihn nannte führte uns nach 8 km an den Fuß der Düne. Die Düne ist sehr beeindruckend und wir konnte den Erzählungen das man sich wie in der Sahara fühlen würde vollen Glauben schenken.


Die Düne wächst im Sommer in die Höhe und im Winter in die länge. Sie bewegt sich mit 12 Metern im Jahr und hat schon diverses verschluckt.
Hinter der Düne ist die Ostsee und man hat einen großartigen Ausblick auf das Wasser das wie im Mittelmeer anmutet. Anschließend sind wir dann noch die 8,5 km am Strand zurückgelaufen.
Ich war dann einigermaßen am Ende. Wir gingen in unseren Hafen vorbei an einem Fotoshooting leicht bekleideter Frauen auf einem etwas angeranztem Schiff. War aber langweilig. Im Hafen gab es eine kleine Schokolade mit einem Schuss Rum. So gestärkt konnten wir den Gedanken an den bevorstehenden Einkauf in dem Ort Leba soweit verfestigen das wir uns aufrafften. Zu unserer Freude haben wir zwei frische Dorsche bekommen und auch die restliche Einkaufsliste konnte zufriedenstellen abgearbeitet werden.
Lebensmittel und auch Essen gehen ist in Polen wirklich preiswerter als in Deutschland. Insgesamt war das heute wohl der bisher wärmste Tag des Törns. Wir sind mit deutlich weniger Schichten als sonst üblich unterwegs gewesen, Wetter.de zeigte sogar 12 Grad an. Ein bisschen haben wir uns wohl auch schon an die Temperaturen gewöhnt, zurück will sie aber keiner haben.

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