Samstag, 22. August 2020

Cuxhaven nach Hooksiel

20.08.2020

Das frühe Aufstehen scheint sich noch im Urlaub zu verfestigen. Die Tide erfordert zügige Fahrt, das Niedrigwasser ist schon um 09:30 Uhr. Der Wind kam mal wieder von vorne und so musste anfangs nutr die Maschine ran. Durch das ständige Ausbaggern der Elbe erhöht sich die Tidengeschwindigkeit immer mehr. So sind wir in der Spitze mit 9,5 kn gefahren, also mit ca 4 kn Strom. Dadurch sind wir bis zur ersten Kursänderung am Ende der Fahrrinne nach Westen sehr schnell voran gekommen. Nun unterstützte uns das auflaufende Wasser bei der Weiterfahrt und unsere Geschwindigkeit sank selten unter 6 kn. Das Vorsegel unterstützte uns zusätzlich und dann konnten wir den Motor auch noch ausschalten. Die Windvorhersage stimmt zum Glück nur zum Teil. Um 11:00 Uhr sollten 5 Bft sein und es sollte regnen. Das passierte um 11:30 Uhr und war nur von kurzer Dauer. Auch die angekündigte Welle von 1 m blieb aus. So hatten wir doch eine gemütliche Fahrt in den Heimathafen. Im Vorhafen bekamen wir noch Besuch von Freunden und es gab einen Kaffee mit Schnack in der Plicht. Nach der Schleuse haben wir uns entschieden den Urlaub mit einer Ankernacht im Binnentief noch zu verlängern.
Roter Sand
Zum Abschluss ankern
Auch Schafe mögen es schattig
In Deutschland werden wir wieder mehr mit Corona konfrontiert. Während in Dänemark kaum Einschränkungen zu spüren waren, dort herrscht keine Maskenpflicht, ist es hier deutlich strenger. Nicht das ich das als unbegründet empfinden würde, aber ich muss mich schon bemühen daran zu denken. Ich musste einige Male zurück auf die SWIM gehen um die vergessene Maske zu holen.

Rendsburg nach Cuxhaven

19.08.2020

In aller Frühe mit den ersten Sonnenstrahlen geht es los. Der Törn ist lang, die Schleuse nicht berechenbar und die Tide bietet nur ein kurzes Zeitfenster. Frühmorgens hat der Kanal eine wirklich einmalige Stimmung. Es ist schön ruhig und friedlich, die Vögel werden wach und das Wasser ist noch glatt. Nur die Luft ist etwas dick. Plötzlicher Nebeleinbruch von jetzt auf gleich. Sicht ungefähr 10 m. Ein kurzes Gespräch über Funk mit Kielkanal zwingt uns zur Pause mit Seehafen von Rendsburg. Das ging wirklich schnell und das Ufer war kaum auszumachen. Wir nutzen die Zeit für ein ausgiebiges Frühstück das zu Gunsten des frühen Auslaufens auf der Strecke geblieben ist. Nach einer guten dreiviertel Stunde konnte man den Kanal wieder erkennen und es ging weiter. Die Fahrt bis zur Schleuse war dann an spektakulären Ereignissen arm, abgesehen von der schönen Landsicht. An der Schleuse in Brunsbüttel konnten wir den Rekord an minimaler Wartezeit fast auf 0 erhöhen. Wir konnten fast direkt in die Schleuse fahren, unglaublich.
Der Wind in der Nordsee war kaum vorhanden und das bisschen was kam kam natürlich von vorne.
So fuhren wir mit einigen anderen Booten gemeinsam unter Maschine Richtung Cuxhaven. Ein Teil der Boote fuhren backbord der Fahrrinne, wir mit einem andren Boot steuerbord. Der anderen Gruppe kam nach einiger Zeit ein amtlich aussehendes Motorschiff auf Kollisionskurs entgegen. Das Motorschiff setzte anschließend seine gesamte Energie in sein Typhon um und hupte was das Zeug hält. Die Segler waren total verwirrt und spritzten in alle Himmelsrichtungen auseinander. Bei näherer Sicht stellt sich heraus das es sich um ein Vermessungsschiff handelte. Ohne jetzt irgendwelche Regeln zitieren zu können, das hätte man mit einem Funkspruch auf Kanal 16 anders und besser regeln können.
Wir bekamen auf der Weiterfahrt dann noch ein paar riesige Containerschiffe zu sehen, zum Teil fast neben uns. Wenn zwei soll riesen Pötte aneinander vorbeifahren entstehen bei 14 kn Geschwindigkeit schon recht große Wellen. Beindruckend!
Im Hafen von Cuxhaven nahmen wir diesmal eine Box in hinteren Bereich des Hafens. Die Erinnerung an die Wellen und den Schwell der großen vorbeifahrenden Schiffe war uns noch gut in Erinnerung.
Frühes Auslaufen
Frühes Auslaufen
Nebel
Auch Nebel
Begegnung zweier echt großer Pötte gleich nebenan

Laboe nach Rendsburg

18.08.2020

Der nächtliche Regen hatte sich verzogen und im beginnenden Sonnenschein machten wir auf den Weg zur Schleuse zum NOK. Nach einer Stunde Wartezeit sind wir mit ca 12 anderen Freizeitbooten in den Kanal geschleust. Der Weg durch den Kanal war hin und wieder gespickt mit Entenfamilien und einsamen Schwänen. Insgesamt wenig aufregend die Fahrt. In Rendsburg sind wir in den Stadthafen gefahren, wusste ich doch vom letzten Jahr das man da gut tanken kann. Nach dem gelungenen Tanken habe ich dann noch ein misslungenes Anlegemanöver in einer Box hingelegt. Man kann immer nur aus Fehlern lernen und heute war eine große Lehrstunde. Ich habe die Luvleine vom Dalben vergessen zu belegen und damit das gesamte Manöver bei Seitenwind vermasselt. Näxtes mal wird es besser! Den Frust habe ich dann beim gemeinsamen Einkauf bei füllen des Einkaufskorbes abgelassen. Nun haben wir wieder legger Vorräte.
Vor der Schleuse in Kiel
Ausschleusen
Begegnung
Abendessen im Rendsburger Stadthafen

Orth nach Laboe

17.08.2020

Nach langen Hin und Her haben wir uns doch entschlossen weiter zu segeln. Die Wetterbedingungen sollten sich verschlechtern. Am Abend zuvor hatten wir noch erfahren das das Schießgebiet zwischen Fehmarn und Kiel gesperrt sei. Das bedeutet ein nicht unerheblichen Umweg. Dieser war jedoch recht spannend. Über Funk konnte man zuhören wie Unwissende oder Ignoranten zumeist freundlich von den Marine Sicherungsschiffen angefunkt wurden. Es folgte stets eine mit Nachdruck vorgetragene Bitte das Gebiet doch schnell zu verlassen. Es gab sogar Skipper die mit der Marine diskutieren wollten. Das Gebiet ist ja gar nicht auf meiner Seekarte verzeichnet warum soll ich dann das Gebiet umfahren? War schon echt lustig, insbesondere die hartnäckigen Störer, wie sie genannt wurden.
Später bekamen wir noch mit wie die Wasserschutzpolizei gegen zwei Skipper Anzeige erstatteten. Die haben die Anweisungen mit aktiven AIS missachtet und sind einfach weiter gefahren. Sogar diejenigen sind weiter gefahren die vom Sicherungsboot wegen Funkverweigerung auf direkten Wege von Reling zu Reling angesprochen wurden.
So ging ein spannender Nachmittag mit der einfahrt in den Hafen von Laboe zuende. Auch dieser Hafen machte einen übervollen Eindruck, aber wir fanden eine gute Box in der Nähe zur gebotenen Hafeninfrastruktur.
Einen schönen Ausklang fand der Tag beim Hafenitaliener. Es gab dem Anlass angemessen ein exzellentes Mahl einschließlich Dessert und Hugo.
Im Hafen
In der Kieler Bucht

Gedser nach Orth

16.08.2020

Ein früher Start in den Tag offenbarte uns ein laues Lüftchen. Diesmal ging es dann doch nicht ohne Motor Unterstützung. An diesem Tag waren wir schon so entspannt das ein wenig Aktion von Nöten war. Erst als wir schon die Nähe von Fehmarn fast körperlich spüren konnten kam dann auch mal Wind auf. Richtig gut wurde es dann noch mal 2 sm vor Orth. Wir rauschten mit fast 7 kn auf die Hafeneinfahrt zu. Mit uns zusammen aber auch 7 oder 8 andere Segler. Wir befürchteten schon wegen Überfüllung des Hafens verwiesen zu werden. Aber wir fanden einen klasse Liegeplatz im Päckchen zu einer interessanten und netten Familie. Kurz danach bekamen wir dann auch noch Nachbarn. Da haben wir echt Glück gehabt, beide Seiten waren nett, gesprächig und gut gelaunt.
Unser Päckchen lag fast neben der „Prinzess of Schwanitz“, die ab dem 24.08.2020 wieder eine wichtige Rolle in der Krimiserie „Nord bei Nordwest“ einnehmen wird.
Noch vor dem Abendessen machten wir uns zum erneuten baden auf. Kühn stürzte ich mich abermals in die eisigen Fluten der fast 22 Grad warmen Ostsee. Elke fand mit der Schnorchelausrüstung heraus, dass das Wasser über und über mit kleinen Quallen übersät ist. Mein Wagemut war sofort dahin und ich nahm am Strand Platz um den Kitesurfern bei ihren beeindruckenden Sprüngen zuzuschauen.
Nach einen gemeinsamen Sonnenuntergang mit den Päckchen gab es noch Essen und einen Portwein Absacker auf dem Nachbarschiff. 

Fehmarnssundbrücke

Hesnas nach Gedser

 15.08.2020 

Wir verlassen den schönen Hafen in Richtung Gedser. Der Wind bläst eher mau. Aber wir nehmen uns die Zeit, ob der überschaubaren Strecke, auf die Unterstützung durch den Motor weitestgehend zu verzichten. So dümpeln wir geraume Zeit mit beiden gesetzten Segeln mit 1,6 kn dahin. Mal kommt eine Boe und trägt uns mit flotten 2 kn weiter und mal kommt eben keine. Irgendwann kommt dann auch langsam Wind auf und wir werden immer schneller. Das ist ein absolut entspanntes Segeln, eben auch mal langsam und mit krasser Sonneneinstrahlung. Aber auch diese Zeiten wollen genossen werden. Wenn diese Langsamkeit nicht zur Qual wird ist mein Entspannungslevel im Urlaub erreicht. Erst in der Fahrrinne für die Fähren bergen wir die Segel und erwecken den Jockel zum Leben. Im Hafen ist ordentlich Platz, wir entscheiden uns für einen Stegplatz mit direkten Zugang zum Strand und mit exklusiven Blick auf den Sonnenuntergang. Hier habe ich es dann auch mal gewagt mich in die kühlen Fluten des 21 Grad kalten Ostsee Wassers zu stürzen. War ziemlich gut und erfrischend.
Dann noch ein kurzer Gang in das überschaubare Zentrum von Gedser. Das ist seid meinem letzten Besuch im Vorjahr auch nicht signifikant größer geworden. Alle drei Geschäfte waren noch am gleichen Platz. Im Supermarkt sind wir bei einem sehr entspannten Kassierer dann noch allen Kronen losgeworden.
Idylle an der Hafeneinfahrt
Lesen

Rodvig nach Hesnas

 13.08.2020

Nach zwei Hafentagen geht es heute weiter. Die Bedingungen haben sich verbessert, die Wellen sind nun nicht mehr ganz so hoch. Den Morgen haben viele genutzt um früh auszulaufen. Unser ursprüngliches Ziel durch den Sund in die dänische Südsee zu segeln haben wir aus Zeitgründen auf Klintholm geändert. Die Wind- und Wellenvorhersage zeigte sich auch diesmal nicht mit der gewünschten Genauigkeit. Wieder hohe Wellen und eine Windstärke mehr als vorhergesagt. So sind wir die ersten Stunden zügig mit ordentlich Krängung unterwegs gewesen. Als wir dann kurz vor Klintholm waren, war der Tag noch jung und wir entschieden uns nach Hesnas weiter zu segeln. Das ging nun auf einen günstigeren Kurs und der Wind ließ auch nach. Die restlichen 2,5 Stunden haben wir dann im ausgebaumten Schmetterling vor dem Wind verbracht. Im angeblich im Sommer überfüllten Hafen haben wir dann insgesamt 5 Segler gesehen. Den besten Liegeplatz haben wir an der Kaimauer an der Hafeneinfahrt gefunden. Einziger Nachteil: Stromkasten war mehr als 50 Meter weg. Also habe ich meinen Charme spielen lassen und den neben uns liegenden Segler überzeugen können unsere Leitungen zu koppeln. Wir haben dann nach einigen Tüfteln eine gute Lösung für alle Beteiligten gefunden. Nicht nur das mir solche Aktionen Spaß machen, man hat auch guten Kontakt zu anderen Seglern und das war ein amüsantes Unterfangen. Nun hatten wir auch Strom.
Der Hafen liegt im Nichts und es gibt auch nix drum herum. Fischer und Freizeitkapitäne liegen in friedlicher Koexistenz zusammen. Links und rechts vom Hafen Strand und überall wunderbare Ruhe. Auch wieder ein schöne Entdeckung der Hafen, möglicherweise hat Corona beigetragen das es hier so leer ist.
Schönes Abendlicht
An Booten armer Hafen
SWIM
Kunstwerk am Strand

14.08.2020

Weil es hier so schön ist sind wir dann gleich noch einen Tag geblieben. Ich bin endlich mal dazugekommen meinen Kindl zu benutzen und habe auch gleich ein ganzes Buch gelesen. Hier ist es herrlich entspannt und es macht sich eine innere Ruhe breit. Urlaub.
Die einzigen Störenfriede haben wir schon von weiten sehen können. Ein Zweimastschoner fuhr während wir am Strand waren in den Hafen ein. Er hat sich knapp einen Meter mit seinem Heck an unser Heck gelegt. Dieser geringe Abstand hatte wohl zur Folge, das durch das Manövrieren des großen Schiffes durch das Schraubenwasser unser Heck verunreinigt wurde. Kann ja mal passieren, Ich bin dann mal hingegangen und wollte wissen wann die dann weiter wollten, damit das nicht nochmal passiert. Leider war der Skipper dermaßen unfreundlich, das es schon nach kurzer Zeit unschön wurde. Naja, ich war eben auch nicht hoch erfreut über die Sauerei. Auf jeden Fall war sein Verhalten auch keine Werbeveranstaltung für seine Firma.
Wir ließen uns dann nicht weiter stören und haben noch einen legger Kürbis aus unserem Garten im Backofen zubereitet und verspeist.