08.06.2026
Göteburg ist nur 31 sm entfernt und die Wettervorhersage ist für die folgenden Tage nicht segel geeignet. Viel Wind gepart mit viel Regen. Aus dem Gespräch am Vortag habe ich die nicht vorhandene Verlässlichkeit von Windfinder in Schweden und eine schwedische Wetter App mitgenommen. Die sagt für den heutigen Tag keinen Wind an. Genauso ist es dann auch. Einen kurzen halbstündigen Versuch zu segeln breche ich nach gähnender Langsamkeit ab. Der Motor bringt mich gut nach Göteburg. Wenn etwas mehr Tradition als das Anlegebier hat, dann ist es der Anlegewind. Es geht auf den Hafen zu und es fängt gut an zu blasen. Ich suche mir eine freie grüne Box und lege nicht an. Die Dalben stehen zu eng beieinander. Bei der näxten Box klappt es besser, elegant war es nicht.
Ich versuche online die Hafengebühr zu bezahlen und bei keiner meiner vielen Kredit und Debit Karten klappt es. Bei der Hafenmeisterin drängelt sich ein Segler vor, der sich beschwert das seine Box belegt ist. Nämlich von mir. Das grüne Schild wurde nicht aktualisiert und ich muss den ganzen Anlegezauber wiederholen um in die Box neben meiner zu verholen. Da hatte ich so richtig Lust zu, aber trotz aller charmanten Versuche blieb die Hafenmeisterin bei der Entscheidung. Also verholen, bei der Hafenmeisterin direkt bezahlen und die SWIM Schlechtwetter fertig machen.
Anschließend mache ich noch einen kleinen Spaziergang am Hafen. Die angrenzenden Häuser sind sehr groß, schön, mit Meerblick und mit teuren Autos vor den Türen. Da residiert wohl das obere Prozent.
09.06.2026
Der schwedische Wetterdient hat Recht. Den ganzen Vormittag Regen und das bescherrt mir wieder ein üppiges Frühstück.
Danach widme ich mich meinem Kindl und hole den verpassten Schlaf der Tage nach. In der Nähe ist ein großer Segelausrüster und mehrere Supermärkte und ich entscheide mich in Regenklamotten zu Fuß zu gehen. Das sollte sich rächen, denn es regnete nicht und die Atmungsaktivität meiner Ausrüstung stelle ich nun ernsthaft in Frage. Aber der Einkauf hat mich versöhnt.
Bei der SWIM angekommen baue ich noch einmal meinen Steuerstand auseinander, der Raymarine Support Mensch hatte sich eine genaue Skizze meines Bootsnetzwerkes gewünscht. Ich hoffe sie hilft bei der Fehlersuche. Dann wurde der Wind auch richtig drollig, fegt er doch mit über 20 Knoten durch den Hafen.
10.06.2026Der Raymarine Support hat mir gute Hinweise für die Verdrahtung meines Bordnetzes gegeben. Um diese Umzusetzen muss ich Kabel kaufen und radel zu verschiedenen Geschäften. Der Umbau geht dann schnell von statten und der näxte Törn wird zeigen ob nun alle Fehler behoben sind. Die Aktionen haben sich dennoch bis in den frühen Nachmittag hingezogen.
Um in die Innenstadt zu kommen fahre ich über eine halbe Stunde mit der Straßenbahn. Auch dies kann ich mit dem Handy bezahlen. Um noch ein paar Lebensmittel zu kaufen führt mich das Navi in einer der größten Konsumtempel die ich je gesehen habe. Ich benötige das Navi auch drinnen weil alles so riesig und auch unübersichtlich ist. der Schwede an sich scheint sich an den Amerikanern zu orientieren. Käse wird zB gerne in Gebinden von einem Kilogramm verkauft. In meinem derzeitigen Ein Personen Schiff habe ich keine Chance so eine Portion zu vertilgen bevor sie verschimmelt.
Das Highlight ist dann der Besuch im Jazz Club zur Session. Da man an Tischen sitzt und die einzigen freien Tische waren direkt an der Bühne, zog ich es vor an der Bar zu sitzen. Das erste Set wurde von einer bestehenden Band gespielt, die alle aussahen als wären sie weit unter 30 Jahr alt. Und sie spielten wirklich gut. Danach ging es in den offenen Teil des Abends und jeder konnte mitspielen. Gefühlt hatte kaum eine Besetzung über ein Stück hinaus Bestand, und es wurden fast alle Musiker ausgetauscht. Die Musiker Community scheint dort wirklich groß zu sein, die wenigsten wie ich waren nur zum zuhören da.
11.06.2026
Heute ist noch mal Stadt angesagt. Die letzten Tage habe ich immer gebastelt und ich will mich noch etwas durch die Stadt treiben lassen. Letztendlich lande ich im Kunstmuseum. Dort ist unteranderem das Hasselbladt Center beheimatet. Eine kleine Fotoausstellung von fotografierenden Frauen aus über hundert Jahren.
Fotoausstellung
Litfaßsäule
Danach flaniere ich durch das Stadtviertel Haga mit einer alternativen Einkaufsstraße.
Den Abend verbringe ich auf dem Nachbarboot. Ich wurde auf ein Bier eingeladen und es gab darüber hinaus auch einen leckeren Whiskey und einen noch leckeren Rum.