Sonntag, 5. Januar 2020

Rendsburg nach Brunsbüttel

10.10.2019

Die Aussichten sind etwas feucht und windig für den heutigen Tag. Aber wegen des Regens habe ich keinen Grund mich zu beschweren. Ich hatte bislang tagsüber so wenig Regen, da wäre jede Pflanze vertrocknet. Der Wind kommt zwar in Böen mit 7 Bft, aber das ist im Kanal nicht so tragisch, da gibt es auch viel Abdeckungen. Die Zeit beim fahren vergeht heute sehr langsam. Das hat mal wieder zwei Seiten. Einerseits dauert die Fahrt ein wenig länger und ich kann den Urlaub noch etwas genießen und andererseits will ich auch ankommen. So richtig gemütlich ist es nicht, mal nass und der Wind ist recht frisch. Viel Abwechslung unterwegs gibt es nicht. Der Autopilot macht das meiste, nur wenn die dicken Pötte kommen gehe ich immer persönlich ans Ruder. Dann taucht endlich der wunderschöne Hafen von Brunsbüttel auf. Seit dem letzten Mal ist er auch nicht noch schöner geworden. Der erste Liegeplatz ist suboptimal, liegt er doch wieder direkt neben der Schleuse und hat keinen Stromanschluss. Doch nach einem kurzen Gespräch mit Anton, dem Eigner eines Motorbootes auf der anderen Seite verholt dieser sein Boot und ich passe in die vergrößerte Lücke. Nun liegt es sich besser und ich habe auch Strom. Dieser reicht allerdings nicht für die Heizung wie ich später feststelle. Wäre ja auch zu schön gewesen, aber die Dieselheizung funktioniert ja auch.
Erster Liegeplatz

Orth nach Laboe

07.10.2019

Wieder ein erfrischendes Aufstehen, ist mir doch der Strom in der Nacht ausgegangen und die Hütte ordentlich ausgekühlt ist. nach einem schnellen Frühstück noch ein Spaziergang einmal um den Hafen rum um die Hafenkarte wieder los zu werden. Tja, der Automat war außer Funktion. Bevor ich meinen Unmut all zulaut kundgetan habe, bemerkte ich den Hafenmeister bei der Reparatur. Schon nach zwanzig Minuten konnte ich das Pfandgeld zurückbekommen und meinen Spaziergang zurück um den Hafen beginnen. Heute mal kein nennenswerter Wind, also wieder motoren. Herausforderungen diesen Törns sind: Plotter hat keine Karte vom Fahrgebiet also muss der Ersatzplotter ran. Meine Karten von 2012 waren jetzt auch nicht mehr so aktuell. Das ist eigentlich kein Problem, wenn nicht die Bundeswehr ihr Schiessgebiet 2013 vervierfacht hätten. Auf der Infotafel beim Hafenmeister war ersichtlich das am heutigen Tag das Gebiet aktiv zum ballern genutzt wird und deshalb weiträumig umfahren werden muss. Da die Sicht gut war entschloss ich mich nach Sicht der Warntonnen zu fahren. Das klappte auch gut denn übersehen konnte man die auch kaum. Weiterhin waren zwei andere Segelboote mit auch der gleichen Route. So konnte ich das Sperrgebiet gut umfahren. Wie es sich anhört wenn man das Sperrgebiet missachtet konnte ich dann über Funk hören. Der Hinweis darauf, das man sich in einem aktiven Schiessgebiet befindet in dem mit scharfer Munition geschossen wird und man schleunigst das Gebiet in Richtung Norden verlassen soll -  war deutlich und galt zum Glück nicht mir. Als meine Plotterkarte wieder Details anzeigte konnte ich mich um das nächste Sperrgebiet nördlich von Laboe kümmern. Am Vortag hatte ich mir noch eine Webseite angeschaut auf dem es verzeichnet war. Ich konnte nur die Tonnen nicht finden. Auf ein weiteres mal Bekanntschaft mit den Hütern der Sperrgebiete war ich nach dem berechtigten Einlauf des letzten Males nicht scharf. Aber ich habe keine Tonnen gefunden. Bei der Kontrolle der Webseite konnte ich lesen, dass das Sperrgebiet mit dem heutigen Tag aufgehoben ist und es noch kein Neues gibt. Das erklärt einiges und macht die Fahrt einfacher und angenehmer.
In Laboe bin ich zuerst in den Hafen mit der Tankstelle eingelaufen um festzustellen, das diese schon geschlossen hat. Ich konnte freundliche Fußgänger bitten mal eben in das Tankstellengeschäft zu schauen ob jemand da sein. Derweil habe ich mir das Anlegemanöver erspart und konnte nach Zuruf das da niemand mehr sei in den anderen Hafen fahren. 
Dort habe ich schnell zwei freundlich Helfer zum Leinen abnehmen gefunden und entspannt anlegen.
Gleich nach dem bezahlen ging es ans kochen und essen. 

08.10.2019

Wach werden mit Regentropfen und Windgeheul. Okay, dann bleibe ich liegen und peile die Mittagszeit zum ablegen an. Boot putzen und Wassertanken überbrückt die Wartezeit.
Grau in Grau in der Kieler Förde
Aber das Wetter bleibt unbeständig und ich habe keine Lust zum weiterfahren. Anstelle dessen gönne ich mir eine Fährfahrt nach Kiel. Die Fähre hält an vielen mir unbekannten Häfen und es macht Spaß sie mir aus der Perspektive anzuschauen. Mein Urteil über Kiel das es eine der hässlichsten und unattraktivsten Städte sei muss ich etwas abschwächen. Da gab es sogar eine Altstadt. Die muss ich in dem vorherigen Leben als ich Kiel besuchte und als schlimm empfand übersehen haben. Das macht Kiel immer noch nicht zu einer blühend schönen Metropole - aber längst nicht so übel wie gedacht.
Ist doch schön anzusehen - und das in Kiel
Die Rückfahrt fand dann im dunkeln statt, auch schön dieses Ansicht. 

Gedser nach Orth

06.10.2019

Aufstehen bei 6°, das ist sportlich. Dennoch, es nützt nix ich will los. Bis in die Mitte des Tonnenstrichs für die Fähre muss der Motor ran, dann kommen die Segel hoch. Es ist sonnig und der Wind kommt aus einer guten Richtung mit ordentlich Power. Ich komme wirklich gut voran und das entschädigt den kalten Morgen. Mein ursprünglicher Plan war  in den Hafen Großenbrode Fähre einzulaufen. Am Anfang des Tonnenstrichs im Fehmarnsund habe ich die Segel geborgen, war der Hafen doch schon sehr nahe.  Vom Tonnenstrich aus liegt die Ansteuerungstonne nicht weit entfernt. Trotz Annäherung an den Hafen wollte die Hafeneinfahrt einfach nicht größer werden. Mit 2 Kn Strom von der Seite und 12 Kn Wind von hinten und nur 2 m Wassertiefe habe ich mich spontan gegen den Hafen entschieden. Das war mir zu eng und den Weg nach Orth kenne ich schon. Also unter die Brücke durch und schon konnte ich Kurs auf die Einfahrt nehmen. Kurz hinter der Einfahrt wurde ich schon freudigst von der Crew der Tara begrüßt. Das war mal ein schönes Einlaufen in den Hafen. Nach einer großen Hafenrundfahrt entschied ich mich für eine Box in der Nähe der Tara. Kaum festgemacht wurde ich darauf hingewiesen das die Box Rot und damit noch in Gebrauch ist. Also wieder ablegen und 20 m weiterfahren. Da auch hier ordentlich Seitenwind herrschte  und ich mich dieses mal nicht sehr geschickt angestellt habe, musste der Flaggenstock einige Blessuren hinnehmen. Aber letztendlich lag ich gut und bin erstmal zur Tara gegangen. Wir haben uns dann über unsere gemeinsamen Mitsegelboote und in der Kürze die wichtigsten Ereignisse der letzten Monate ausgetauscht. Dann wurde es auch hier empfindlich frisch und ich musste noch zum Hafenmeister. Auf dem Rückweg wärmte ich mich noch in einer Frittenschmiede auf und genoss eine Pommes Rot/Weiß. Es fühlte sich etwas komisch an in einen Hafen einzulaufen den ich am Anfang des Urlaubs auch besucht hatte.

Klintholm nach Gedser

04.10.2019

Heute ist es lausig kalt. Auf dem Weg zur Kachelabteilung habe ich den Reif auf dem Steg zum Anlass genommen ihn erstens zu übersehen und zweitens darauf auszurutschen. Zum Glück bin ich auf dem Steg geblieben, nicht auszudenken wie es wäre am frühen Morgen in die kalte Ostsee zu fallen. Der Segeltörn beginnt auch wieder bei knapp zweistelligen Plusgraden und einer ausführlichen Motorfahrt. Ein Versuch gegen den Wind zu kreuzen habe ich bei 3 Kn Fahrt schnell abgebrochen. So langsam und dann noch in die falsche Richtung. Aber das änderte sich auch schon nach 3,5 Stunden. Der Jockel gab Ruhe und ich genoß die Fahrt unter Segeln. Auch wieder mit dem ersten Reff, wieder in der Spitze mit 6,8 Kn und das ohne viel Lage. Segeln macht schon Spaß. Die Anfahrt nach Gedser erfordert Aufmerksamkeit. So besteht ein Begegnungsverbot mit den Fähren und mir kam eine entgegen. Also Segel runter und eine Extraschleife drehen bevor es in das unbekannte Fahrwasser geht. Der Sportboothafen liegt hinter dem Fährhafen und ist nur durch einen kleinen Tonnenstrich erreichbar. An sich nicht schlimm, aber es wird eindringlich vor dem flachen Wasser neben der Fahrrinne gewarnt. Der Hafen macht einen guten Eindruck, ist er doch sehr belegt. Fast alles deutsche Segler die einen verlängertes Segelwochende machen. Ich habe einen schönen Liegeplatz gefunden und kann direkt über der Mole ein wenig die Ostsee sehen.
Liegeplatz
Nach den üblichen Formalitäten geht es auf nach Gedser. So erfahre ich auf einer Infotafel das Gedser der südlichste Punkt Dänemarks ist, eine Kirche und einen Supermarkt hat. An das "det Sorte Geomuseum" ist um diese Uhrzeit nicht mehr zu denken. Im Supermarkt erstehe ich noch schnell ein paar Brötchen für morgen und muss mich erst wieder an den neuen Umrechnungskurs gewöhnen. Das sah alles erst so günstig aus, ist es aber nicht.
 Die Kirche
 Schönes altes Haus
Aussichtsturm
So richtig viel bietet Gedser wirklich nicht, da war ich schnell durch.

Sandhamn nach Karlshamn

26.09.2019

Mit einem guten Wind von 4 Bft aus Nordost trug uns der Wind unter beiden segeln in die schöne Stadt Karlshamn. So schön der Segeltörn war, so übel entpuppte sich der Liegeplatz nahe der Altstadt. Es wurde eine imposante Aussicht auf eine Lebensmittelfabrik auf der anderen Seite geboten. Das war so ziemlich der industriellste Ausblick auf meiner Rundreise. Insgesamt zeigten wir uns doch etwas enttäuscht von der Stadt die um 1645 erstmalig aktenkundig wurde. Das mag sicherlich auch an dem öfters einsetzenden Regen und der vollständigen Bewölkung gelegen haben. Ein neuer Lichtblick war der am Hafen platzierte Startplatz einer Rally. So konnten wir große Rally-Boliden aus nächster Nähe bestaunen. Zu einem späteren Zeitpunkt wurden wir auch Zeuge wozu die Wagen akustisch in der Lage sind. Da das Rennen über Nacht ging, wurden wir ab und zu auch nächtens akustische Zeugen.
Rallystartplatz
Die angekündigte große Burg entpuppte sich als kleine Ruine auf einer Insel.
Der Wind war zum segeln zu stark und so verbrachten wir die Tage mit kleinen Spaziergängen ohne nennenswerte Ereignisse.

Kalmar nach Sandhamn

25.09.2019

Mit einem mustergültigen Abblegemanöver verlassen wir Kalmar in Richtung Sandhamn. Die Fahrt begann mit einer längeren Motorfahrt da der Wind für die geplante Törnlänge nicht ausreichte. Doch schon nach 3,5 Stunden konnten wir beide Segel setzen die uns dann bis kurz vor den Hafen brachten. Wegen ungenauen Tiefenverhältnissen habe ich zuerst den sicheren Liegeplatz gewählt. Ein kurzes Gespräch mit dem Hafenmeister lies uns dann aber noch auf einen wellengeschützteren Liegeplatz verholen. Trotz Hafenmeister mussten wir das Hamnergift am Automaten bezahlen. 
Im Hafen standen eine Vielzahl von kostenlosen Fahrrädern zur Benutzung zur Verfügung. Wir haben dann doch noch zwei gefunden die nicht platt waren aber dafür aber weder über eine Vorderbremse noch über Licht verfügten. Ist ja auch Nachsaison und für den Weg zum Supermarkt hats gut gereicht. Mehr gibt es für Sandhamn auch nicht zu sagen, das war nicht so das Highlight, aber für die Durchreise ausreichend gut.

Visby nach Byxelkrog

22.09.2019

Heute soll der Wind von Nordwest über Nord nach Ost drehen. Für uns sehr günstig um wieder mehr in Festlandsnähe zu gelangen. Da der Wind aber auch stärker werden soll, werden wir kurz nach Sonnenaufgang losfahren. Das ist uns prima gelungen und wir haben schon nach einer Stunde Motorfahrt beide Segel setzen können. Die Sonne war uns gnädig und wärmte uns auch bei nur 15 Grad. Wir kamen sehr gut voran, machten wir doch trotz der nur 3 Bft immer über 6 kn Fahrt. Das konnten wir eine ganze Zeit genießen bis der Wind drehte und stärker wurde. Wir hatten nur fast achterlichen Wind und das Vorsegel wurde wegen nervens eingerollt. Das Groß bekam ein Reff und wir machten mit den achterlichen Wellen ordentlich Speed. Beim  Surfen auf einer Welle konnte ich sogar einmal 9,2 kn Geschwindigkeit ablesen. Da kommt ja richtig Freude auf!!!
Wir habe eine Stunde weniger als vorausgesagt benötigt um unseren Zielhafen zu erreichen. Aber auch in diesem ist die Saison zu Ende, einen Platz haben wir zwar bekommen, von den rumstehenden 40 Hütten haben aber nur 2 geöffnet.