Donnerstag, 9. Mai 2019

Kolberg nach Darlowo

08.05.2019

Ein nach der Vorhersage sehr kalter Tag beginnt erfreulich mild. Die Koje zu verlassen ist gewohnt schwer, aber der Tag geht gut los. Ein ausgiebiges Frühstück endet plangemäß und wir können zur verabredeten Zeit auslaufen. Die Hafenausfahrt gestaltet ob des fehlenden Windes als sehr moderat. Schon nach kurzer Zeit können wir beide Segel setzen und den Jockel ausmachen. Bernd übernimmt das Steuer und ich kann etwas verloren gegangenen Schlaf mit leichten Dösen wieder gut machen. Der Wind briest auf und wir sind immer über 5 Kn schnell. Aus dem erwarteten achterlichen Wind ist schnell halber Wind geworden und der macht deutlich mehr Spaß. Die Segelzeit bis nach Darlowo vergeht sehr schnell und kurz vor Darlowo kommen wir in den Genuß noch etwas hart am Wind zu segeln. Die SWIM zeigt sich von der flotten Seite. Wenn wir schon bei 3 Bft über 5 Kn gesegelt sind kamen nun in der Spitze 7,4 Kn bei 4 Bft hart am Wind dazu. Da geht mir doch das Herz auf. Die hohe Geschwindigkeit hatte zur Folge das wir das letzte Stück vor der Moleneinfahrt schnell zurücklegten. Im Vorhafen mussten wir dann auf das Öffnen der Fußgängerbrücke abwarten und gesellten uns zu den weiteren Segelbooten am Wartesteg. Dort erfuhren wir, das ein weiteres Boot sich auf die Ostseerundreise gemacht hat. Leider lassen sie Petersburg aus, aber ich denke man trifft sich an den einen oder anderen Hafen wieder. Auch in Darlowo wird mit EU-Mitteln ein Hafen gebaut. Wir haben uns den Hafen angeschaut, aber der Fertigstellungsgrad hatte nicht die für uns erforderliche Reife erlangt. Außerdem gab es nur quer zur Windrichtung stehende Stege die von großen Dalben gehalten wurde. Ein kurzer Anlegeversuch veranlasste uns dann doch lieber in den alten Hafen zu fahren. Dort war dann auch alles viel einfacher, die anderen Segler hatten bereits festgemacht und nahmen freundlich unsere leinen an. Anschließend überbrachten sie uns die frohe Kunde das die Sperrgebiete 6a und 6b erst ab dem 14.05.2019 zum ballern benötigt werden. Das bedeutet für uns, das der näxte Hafen statt 56 sm nur 18 sm entfernt ist. Eine nicht unerhebliche Zeitersparnis und wir überlegen sogar den näxten Hafen zu überspringen und Leba anzulaufen.

Da unsere frischen Vorräte zur Neige gingen, entschlossen wir uns noch einen Gang in die hiesige Metropole zu unternehmen. Den Grundsatz "Gehe niemals hungrig einkaufen" haben wir ignoriert und einfach alles gekauft. Damit nicht genug haben wir uns auch noch einen polnisch türkischen Döner geleistet. Abgerundet wurde der Schlemmertag noch von 2 Kugel Eis. Es ist wärmer geworden, daran besteht nun kein Zweifel mehr. Noch am Vortag war an Eis nicht zu denken, sahen wir es doch vor dem geistigen Auge beim Aufstehen - und das war nicht zu unserem Vergnügen.
Den Abend ließen wir noch bei einem  gemütlichen Schwätzchen im Salon mit einem zwei Whiskey ausklingen.

Unsere Kenntnisse der polnischen Sprache werden auch immer besser. Wir können das polnische "Danke" schon fast perfekt aussprechen. Das führt nicht selten dazu, das unser polnisches Gegenüber diese Versuche mit einem freundlichen Lächeln quittiert. Wir haben uns vorgenommen weitere Wörter zu lernen, ein "guten Tag" erscheint notwendig, auf Moin reagieren die meisten eher irritiert.

Der Tag war echt gut, wenig Motorfahrt, viel segeln, guter Wind, angenehmere Temperaturen, viele leckere Sachen eingekauft, aushäusig gespeist und abends ein gutes Getränk.

09.05.2019

Für heute ist viel Wind aber auch leider viel Regen vorhergesagt. Aus diesem Grund legen wir einen Hafentag ein. Endlich mal wieder etwas putzen. Der Salon und das Bad haben sich über so viel Aufmerksamkeit erfreut. Bei der täglichen Motorinspektion fiel mir Gummiabrieb am Keilriemen auf. Der Keilriemen hatte sich gelockert und musste nachgespannt werden. Das Entfernen des Gummiabriebs lässt zum einen den Motor wieder sauberer erscheinen und zum anderen erlaubt es die Wirksamkeit des Nachspannens zu überprüfen. Mit all solchen Kleinigkeiten kann man schon eine Menge Zeit verbringen und ein verregneter Hafentag in einer Metropole bietet sich förmlich für solche Tätigkeiten an.

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