Sonntag, 5. Januar 2020

Vesterik nach Visby

19.09.2019

Heute kommt der Törn nach Visby von 57 sm. Also früh aus den Federn, das dauert immer 1,5 Stunden bevor man mal loskommt. 
Die Fahrt fing gut an, mit dem Motor aus dem Hafen, ein bisschen durch die Bucht und dann Segel setzen. Der Wind war kräftig und dieses mal reichte uns das Gross. Wir waren flott unterwegs und dann war das Gross zu groß. Also das erste Reff rein und weiter. Die Wellen wurden höher und der Wind stärker. Wir machten das zweite Reff rein und waren immer noch sehr schnell unterwegs. Da der Autopilot mit den doch recht hohen Wellen nicht klar kam musste mal selbst gesteuert werden. Das war ganz schön kräftezehrend, denn die Wellen waren in der Spitze bis zu 2,5 Meter hoch. Aber wir sind ein gut funktionierendes Team und nach knapp 10 Stunden konnten wir in Visby festmachen. Der Hafenmeister war nur telefonisch erreichbar, gab uns aber schon mal den Toilettencode. Was er nicht sagte war das die Duschen nur mit einer Codekarte funktionieren. So haben wir uns nach dem anstrengenden Segeltag nach dem rasieren ohne Dusche wieder auf dem Boot getroffen. Da wir zwar müde und nicht nicht mehr ganz sauber waren entschlossen wir uns nicht zu kochen und in die Stadt zu gehen. Visby ist eine sehr schöne Stadt, die auch jetzt noch außerhalb der eigentlichen Saison etwas zu bieten hat. Wir fanden ein gemütliches Restaurant in dem wir Galetes aßen und lokales Bier tranken. Doch der Tag zollte seine Tribut und wir sind dann doch recht früh zum Boot zurück.

20.09.2019

Der verdiente Hafentag. Ein Spaziergang entlang der gut erhaltenen Stadtmauer von Visby. Die ist immerhin 3,4 km lang und hat über zwanzig Türme. Die Altstadt ist absolut gut erhalten und bietet viele schöne Plätze zu verweilen. Nach einer Pause auf dem Zentrumsplatz entschlossen wir uns mal wieder einkaufen zu gehen und auf dem Boot Kaffee und Kuchen zu nehmen.
Es deutet sich ein weiterer Hafentag wegen ungünstiger Winde an.

21.09.2019

Joh... Hafentag. Am morgen entscheiden wir das wir auf den günstigen Ostwind warten wollen der uns bequem weiter bringen soll. Beim Bezahlen der Liegeplatzgebühr erfuhr ich, das man auch spontan bei der Hafenmeisterin ein Auto für nur 445 SEK mieten kann. Nach einer kurzen Absprache mit Thomas wollten wir ein Auto für eine Inselerkundung mieten. Als Scherz fragte ich bei dem Vermietungsgespräch ob das Auto denn jünger als von 2000 sei, Das wurde leider verneint, der Automatik Volvo war von 1993. Solche Geräusche machte er dann auch. Dann bekamen wir das schicke Automobil auch für 375 SEK, wir müssen ganz schön entsetzt ausgesehen haben. nach einer kurzen Einweisung ging es los in den Norden der Insel. 
Der Schwedenpanzer
Da wir nicht auf Anhieb den richtigen Weg gefunden haben, hielt ich an einer Ausfahrt an um das Navi einzustellen. Plötzlich klopfte jemand an der Seitenscheibe. Ein Frau mit einem Tretroller erkundigte sich bei uns ob denn alles okay sei. Wir standen ziemlich mittig in einer Einfahrt und sie wurde geschickt um sich nach uns zu erkundigen. nachdem wir ihr versichert hatten das wir nur Touristen sind hat sich uns gleich eingeladen. Auf dem Hof der zur der Einfahrt gehört findet gerade eine öffentliche Feier statt und wir sind herzlich eingeladen. Wir sind mit gekommen und haben uns das mal angeschaut. Dort treffen sich jedes Jahr sie Landwirte der Umgebung um alte Landwirtschaftsgeräte vorzuführen. In diesem Jahr sollte gedroschen werden. Thomas durfte dann auch noch ein lokales alkoholisches Getränk probieren. Nach dem hocherfreuten Gesichtsausdruck war ich froh der Fahrer zu sein.
 Trecker der ein Antriebsrad für einen Transmissionsriemen hat
Alte Dreschmaschine im Betrieb
Ein Großteil der Anwesenden machte auch den Eindruck als wären sie mit den Maschinen sehr vertraut.
Nachdem wir uns wie immer höflich verabschiedet hatten, führte uns der Weg zu außergewöhnlichen Felsformationen. Die Insel war vor 400 Millionen Jahren ein Korallenriff und das konnte man an einigen Orten bewundern. Dort lagen dann auch viele Fossilien rum, die wir auch fleißig gesucht haben.
Aus dem Reiseführer konnte wir entnehmen das es im Norden von Gotland noch die Insel Farö gibt. Dort gibt es eine kostenlose Fähre die uns über einen geschichtsträchtigen Sund bringt. Auf Farö ist auf einem Kirchfriedhof Ingrid und Ingmar Bergman begraben. Bergman hatte fast 40 Jahre auf Farö gelebt und auch einige Filme dort gedreht. Das Bergman Center gibt einen interessanten Einblick in sein Wirken. Am meisten berührt hat mich allerdings das Foto mit der Haushälterin.
Liv Uhlman trifft die Haushälterin aus der Zeit als sie mit Bergman liiert war.
Weiterhin gibt es auf Farö noch größere Felsformationen als die die wir schon gesehen haben.
Dann fanden wir noch ein altes Fischerdorf.
 Fischerdorf
Fischerboote
Auf dem Weg zur Fahre haben wir dann noch einen Sammler alter Fahrzeuge besucht.
 Fenster mit Ausgabe
 Etwas moderner, aber dennoch schön
 Alt
Auch alt, aber vielleicht noch fahrbereit
So ging anschließend ein sehr langer aber auch ereignisreicher Hafentag zu Ende.

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