Mittwoch, 12. Juni 2019

Lohusalu nach Tallinn

11.06.2019

Die Winde sollten erst stark nachlassen um dann am näxten Tag wirklich aufzubrisen. Aus diesem Grund bot sich eine zügige Weiterfahrt in den sicheren Hafen von Tallinn an. Trotz schwachen Windes konnte ich schnell den Motor ausmachen. Doch dann schlief de Wind völlig ein. Also doch wieder motoren. Doch das brauchte nicht lange, der Wind briste auf, drehte sich und alles war gut. Ich musste zwar lange "hart am Wind" segeln und Höhe machen, aber das hat gut geklappt und ich konnte das kreuzen vermeiden. Vorbei an großen Kreuzfahrtschiffen ging es durch einen kurzen Kanal direkt in die Altstadtmarina. War ein schönes Gefühl mitten in der Stadt eine Runde im Hafen zu drehen und schon mal ein bisschen zu schauen. 
Die eitle Hafenmeisterin, die lieber angestrengt mit zugekniffenen Augen vor dem PC sitzt, hat dann doch tatsächlich ein Registrierungsdokument von der SWIM von mir haben wollen. Also wieder den Weg zurück zum Boot, dreimal den Sicherheitscode eingeben und den internationalen Bootsschein holen. Watn Quatsch, aber die Hafenregeln schreiben eine Kopie des Dokumentes vor. Dann wollte sie auch nur 40€ für eine Übernachtung von mir. Günstig ist echt etwas anderes. Aber die Marina liegt wirklich sehr zentral und ist auch sehr luxuriös ausgestattet. Dann will ich mal auch nicht so meckerig sein. 
Abends bin ich dann schon mal in die Altstadt. Noch ohne Vorinformation, einfach mal treiben lassen. Ich habe mir dann an einem zentralen Platz mal ein kleines Anlegebier für 6,75€ gegönnt. Zum Glück hat mir der Kellner ob meines entsetzten Gesichtes über den Preis einen Discount von 10%  eingeräumt. Das hat meine Bordkasse freudig zur Kenntnis genommen.
Die Altstadt nimmt beim rumtreiben einfach kein Ende. Viele schöne Häuser mit interessanten Details.
 Eingang zur Stadt
 Altstadt
Rathaus 
 Über einer Eingangspforte
 Die Eingangspforte
 Das ist ein Kino, ich fass es nicht. Was für ein Gebäude!
Interessante Architektur
Als ich dann so weiter trieb bin ich an einem Irish Pub mit vielen Leinwänden vorbei gekommen. Neugierig habe ich da mal reingeschaut und festgestellt, dass das Spiel Deutschland gegen Estland übertragen wurde. Schon mal gut. Ich habe dann ein estnisches Bier geordert und mich ein bisschen gewundert, warum die Leinwand mit dem Estlandspiel so einsam war und die anderen Leinwände mit den anderen Spielen deutlich besser genutzt wurden. Es stellte sich heraus, das Fussball wohl in Estland noch nicht so den hohen Stellenwert besitzt. Ich habe dann das Spiel mit Deutschen geschaut. Die anderen Leinwände waren dann von vielen anderen nicht Esten bevölkert. Ich glaube Esten waren da kaum vorhanden. Ich habe mir dann trotzdem das jubeln verkniffen.

12.06.2019 bis 13.06.2019

An den Tagen habe ich mir vorwiegend die gigantische Altstadt angeschaut. Die Altstadt ist gefühlt von den Ausmaßen und vom Erhaltungszustand größer als das was ich bisher gesehen habe.
 Schöne Häuser
 Schöne Straßenlandschaften
 Im Museum für estonische Geschichte
Mittelalterliche Darbietungen für das Tourivolk.
Ich habe dann noch den Rathausturm bestiegen. Viele Stufen, oben viel Wind aber ein schöner Ausblick auf die Stadt.
 Blick auf die Dächer
Anderer Blick.
Der Markt von oben.
Ich war dann auch endlich mal im Museum: Estonische Geschichte und in einem Fotomuseum.
Des Abends war ich zweimal in dem Jazz Club Philly Joes Jazz Club. Es war zwar beide Male nur sehr spärlich besucht, dennoch hat mir sowohl die Musik als auch die Atmosphäre sehr gut gefallen.
 Quartett (Klavier, Drums, Bass und Saxofon
 Duo mit Klavier und Bass
Beim zweiten Mal war ich mit Olaf unterwegs, dem Einhandsegler von der schnellen Aphrodite.

14.06.2019

Ich habe mich an dem tag viel mit der Fahrt nach St Petersburg beschäftigt. Leider habe weder ich noch die anderen Bootcrews belastbare Informationen bekommen können. Trotz der Telefonate der freundlichen Hafenmeisters mit anderen Häfen und zweimaligen Treffens mit der estnischen Border Control gabs nicht viel. Wir haben herausbekommen an welchen Häfen man ausklarieren kann, aber nicht wie man sich nun genau in den russischen Hoheitsgewässern bewegt. Gerade da möchte man ja keine Fehler machen und unnötige Diskussionen vermeiden. Wir haben immerhin herausgefunden, das es schon Boote gab die in Narva (dem letzten estnischen Hafen) eine Erlaubnis von russischer Seite bekamen eine Abkürzung zu segeln. Ohne diese Abkürzung würde der Besuch in Narwa keinen Sinn haben, da wir sonst erst 70 sm nach Westen segeln müssten um dann die gleiche Strecke wieder nach Osten zu fahren. Wir werden also erst nach Vergi segeln, denn da sind uns alle Optionen noch offen. Von dort werden wir Kontakt mit der russischen Seite suchen um die Erlaubnis für die Abkürzung zu Erhalten. Mal schauen ob es klappt, spannend ist es allemale.
Am Abend habe ich noch in einen günstigeren Hafen verholt. Es stellt sich eine gewisse Sättigung von mittelalterlichen Städten ein und mal wieder ein Hafentag ist ja auch ganz nett. Am späteren Abend wurde noch mit Martina und Volker von Sunshine und Andreas von Slisand gegrillt. Da wurden so einige Geschichten zum besten gegeben und zum Schluss gab es sogar Wein mit Alkohol. Andreas hat als Kameraman eine Atlantikübersegelung gefilmt und den Film habe wir uns interessiert angeschaut.

15.06.2019

Arbeitstag: Maschine und Bilge überprüfen, Seewasserfilter prüfen und reinigen, neue Trimmfäden am Groß befestigen, Segellatte am Groß provisorisch flicken (es gibt leider keinen Ersatz zu kaufen), die Reparatur am Dieseltank überprüfen und dafür tief in die Backskiste abtauchen. Das kann einen schon einen halben Tag beschäftigen. Dann noch ein wenig klar Schiff machen, denn heute kommt Yury.

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